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CD Echo und Risposta
«Echo & Risposta»
Virtuose Instrumentalmusik von den Emporen der Klosterkirche Muri

Canzonen und Sonaten von Dietrich Becker, Benedetto Re, Nicolò Corradini, Salomone Rossi, Cesario Gussago, Dario Castello, Giovanni Battista Riccio, Biagio Marini, Lodovico da Viadana, Giovanni Picchi, Alessandro Stradella, Samuel Scheidt, Johann Sommer, Johann Staden

Les Cornets Noirs
audite 92.572 · SACD · aufgenommen 2008

Auszeichnungen: 5***** Fono Forum, 5***** RBB Kulturradio

Der für Instrumentalkompositionen des 16. und 17. Jahrhunderts charakteristische rhetorische Grundgestus zeigt sich besonders eindrucksvoll in den Echo- und Antwort-Dialogen räumlich getrennt positionierter Chöre: Diese Praxis hatte an den Emporen von San Marco in Venedig mit Giovanni Gabrieli gegen Ende des 16. Jahrhunderts einen Höhepunkt erreicht und gewann von dort aus weit über Italien hinaus stilbildenden Einfluss. Die Mehrzahl der Werke dieser Aufnahme stammt aus den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts, als die Komponisten die neu gewonnenen Ausdrucksmittel und Freiheiten ganz besonders nutzten: Überbordende Virtuosität und Spielfreude sowie eine programmatische Betonung des Modernen kennzeichnen diese Musik.
Die vier Emporen der Klosterkirche Muri bieten ideale Bedingungen für die Aufführung mehrchöriger Werke. Um hier die historischen Orgeln der Kirche miteinbeziehen zu können, wurden eigens zwei Zinken gebaut, die auf die originale Stimmtonhöhe der Bossart-Instrumente von 1743 (a ≈ 425 Hz) abgestimmt sind.


«Bloss nie in einer CD-Besprechung schreiben: „Man könnte ewig weiterhören“! ... Doch unsere Maxime wankt für einmal: Wer nämlich die neuste CD aus dem Kloster Muri auflegt, wird immer weiter einsinken in eine unheimlich sinnliche Musik diverser Frühbarock-Komponisten, wird immer gebannter den verschrobenen Zink-Klängen lauschen. Bisweilen glaubt man, anstelle der Naturtöne dieses Instruments menschliche Stimmen zu hören. Eine gar nicht so absurde Sinnverwirrung. Beim Eintauchen in den Klang der Zinken, Violinen, von Posaune und Fagott, begleitet von den beiden Chororgeln, locken noch ganz andere Verwirrungen: Da werden aus den tristen Wohnzimmerwänden prächtige Marmorsäulen, aus dem Helvetas-Kalender wird ein jubelndes Altarbild.» — Aargauer Zeitung, 4. November 2009


«Der Aufwand hat sich gelohnt. Gebhard David und Bork-Frithjof Smith spielen die Zinken mit einer fabelhaften Kantabilität, Amandine Beyer und Cosimo Stawiarksi (Violine) bereichern die Dialoge mit wendigen Diminutionen, Markus Märkl und Johannes Strobl holen sowohl als Continuo- wie auch als Soloorganisten eine Menge aus ihren Instrumenten heraus, und Adrian Rovatkay (Fagott) und Franck Poitrineau (Posaune) lassen einen darüber staunen, mit welcher Virtuosität die Bassinstrumente Anteil am melodischen Geschehen nehmen. Fazit: So unaufdringlich souverän und klanglich ausgereift hat man diese spannende Musik bisher selten gehört.» — FonoForum 02/10


«Les Cornets Noirs sind mit ihren beiden bekannten Zinkenisten Gebhard David und Bork-Frithjof Smith geradezu eine klangliche Offenbarung. Denn während man noch vor wenigen Jahrzehnten glaubte, sich mit Intonationsschwierigkeiten bestimmter Instrumente, zum Beispiel eben des Zinks, abfinden zu müssen, wirken heute glücklicherweise ganz andere Musikergenerationen im Bereich Alte Musik, die diesbezüglich nichts mehr anbrennen lassen: Nein, die Zinkenisten von Les Cornets Noirs wie auch die anderen fabelhaften Musikerpersönlichkeiten an den Blasinstrumenten, Violinen und der Orgel artikulieren musikalisch absolut klar, formen die Musik und bleiben dabei sehr transparent und stets unaufdringlich virtuos. Ihre Musik ist in einem hervorragenden Klangteppich mit Surround Sound eingepackt. Alles in allem eine Ohrenweide erster Güte, die mit über 70 Minuten Einspielzeit dennoch kurzweilig bleibt.» — Schweizer Musikzeitung 07-08/2010


«In Echo & Risposta: Virtuoso instrumental music from the galleries of the Abbey Church of Muri we are again faced with a group focused on a particular segment of Baroque-era production, this time music for cornett, which led its members to unearth rarely performed music, and in a sense to build a repertory. Les Cornets Noirs, prize-winners at the Concours Musica Antiqua at the Festival van Vlaanderen Brugge 2000, orientate this disc towards the 1620s and 30s with their choices of music by Becker, Re, Corradini, Rossi, Gussago, Castello, Riccio, Marini, Viadana, Picchi, Stradella, Scheidt, Sommer and Staden. The effect is of a varied programme, with different atmospheres, with 'echo & risposta', as the title states, a diversity of instrumentation, as facilitated by the skill of the musicians. It is, moreover, commendable to have included works not only by famous authors such as Rossi or Scheidt (whose Echo has a duration of 8’40˝) but also by lesser-known composers. Of constant importance on the CD itself and in the booklet is the issue of choice and interchanging of instruments (for instance, Sonata a quattro Violini e doi Chitarroni by Rossi). A 'light' ensemble consisting of two cornetts and two organs (Suonata La Golferamma. A 2 cornetti in risposta by Corradini, Canzon a 2 in echo by Riccio) is alternated with the two choir pieces by Becker, Rossi, Picchi and Staden, leading up to the musical magniloquence of Marini, Somer and Scheidt (Canzon Cornetto a 4). The label Audite is evidently concerned with the quality of the sound (super audio CD, surround sound), and is rightly convinced that the CD should have its own independent aesthetic. The care taken in the preparation of the finished product is considerable, with the booklet including much information on the instruments and on their appropriateness for each item, and about the microphones and technical specifications of the product.» — Early Music 02/2011